Zeit nach 1925

1918 (13. November)

Die Novemberrevolution macht auch vor dem Herzogtum Sachsen-Altenburg nicht halt. Herzog

Ernst II unterschreibt seine Abdankungserklärung.

1925 Die Freiwillige Feuerwehr wurde gegründet.

Im Mai 1927 brannte das dem Friedhof gegenüber gelegene Anwesen der Familie Rosenberger nieder.

1929-33   Erste elektrische Straßenbeleuchtung wird im Ort installiert.

Im Juli 1932 führte die Orla infolge von Wolkenbrüchen im Oberland (Plothener Seenplatte) das größte Hochwasser seit Menschengedenken. Die Ernten in den Talfluren wurden vollständig vernichtet. Die Holzlager des Motorsägewerkes neben der Untermühle wurden von den enormen Wassermassen unter die Brücken der Untermühle getrieben, was teilweise zu Verstopfungen führte.

Die aufgestauten Wassermassen überfluteten die Straße zwischen Untermühle und Bahnhaltestelle.

1932 Hochwasser Freienorla2

 

1940 konnte ein bei Arno Gundermann in der Sandgasse ausgebrochener Brand des Wohnhauses vor allem durch Frauen gelöscht werden.

Aus kirchlichen und anderen Chroniken ist zu ersehen, dass in der Mitte des 19.Jahrhunderts einige Freienorlaer aus sozialer Not nach Nord- und Südamerika ausgewandert sind. Mit ihnen auch Einwohner der Nachbarorte.

Von bestellten Maulwurfsfängern, Nachtwächtern und Gänsehirten ist zu lesen, von der Choleragefahr im August 1884 , von der immer wieder unter Kindern grassierenden Diphterie mit Todesfolge, so dass in Familien drei und fünf Kinder in einem Jahr verstarben.

In beeindruckender Weise ist nachzulesen, wie groß und kaum noch vorstellbar die Not unter den arbeitslosen Menschen in den Jahren zwischen 1929 und 1934 war.

Die Flüchlingsbewegung machte nach dem Kriege auch vor Freienorla nicht halt. Viele haben hier in der Region eine neue Heimat gefunden oder sind weitergezogen.

Die Freienorlaer Bauernhöfe sind in der Regel nicht groß (nur 3 Bauern besitzen überhaupt Pferde alle anderen nur Kühe oder Ochsen). So gestaltet sich die Unterbringung der Flüchlinge nicht leicht.Friese_Danne1

Johanna Danne geb. Friese war damals 13 Jahre alt und beschreibt später eindrucksvoll in ihrem Buch „Gast auf Erden“ ihre Erlebnisse in der Schlesischen Heimat, auf der Flucht und in Freienorla.

 

1946

Wiedereröffnung des Porzellanwerkes als „VEB Porzellanfabrik Freienorla“.

1953

Im ehemaligen Gasthaus „Zur Krone“ wird die erste Konsum-Selbstbedienungsverkaufsstätte

des damaligen Bezirkes Gera eröffnet.

1953

Das alte hölzerne Brunnenhaus in der Dorfmitte wird durch ein kleineres in ausgemauerter

Fachwerkbauweise ersetzt. Der Brunnenschacht wird mit Betonrohren versehen, eine

Elektrokreiselpumpe ersetzt den bis dahin manuell zu betätigenden Pumpenschwengel.

1957 (15.Oktober)

Ausfertigungsdatum des Grundprojektes Wasserversorgung Freienorla als Plan .

Druckleitung nach Pritschroda und Druckkesselanlage

1957

Zusammenschluß der Porzellanfabriken Freienorla, Kleindembach und Könitz zum

VEB Ostthüringer Porzellanwerke.

1958-60

Baudurchführung Wasserleitungssystem.

1958

Beginn der zwangsweisen Kollektivierung der Landwirtschaft in Freienorla.

Ab 1970 Kooperation „Orlatal“, gegliedert in Tier- und Pflanzenproduktion.

1960 (22.Juli)

Abnahme und Übergabe des fertiggestellten Wasserleitungssystems durch die Wasserwirtschaftsdirektion

Saale – Weiße Elster.

1968 Stillegung der Porzellanfabrik

1974                                                          Brunnen

Der alte Dorfbrunnen als zentraler Wasserversorger, von dem Jahrhunderte lang das Wasser mittels Eimern und „Butten“ in die Häuser geschleppt worden war, muss dem Straßenumbau in der Ortsmitte weichen.

1990 (03.Oktober)

Deutsche Wiedervereinigung. Freienorla geht mit dem Land Thüringen und den anderen wieder neugegründeten ostdeutschen Ländern in die Bundesrepublik Deutschland ein.

1994

Großes Saale-Hochwasser

1994 (01.Juli)

Bildung des Saale-Holzland-Kreises