Chronik

 

Geschichte

Freienorla wurde erstmals 1350 urkundlich erwähnt. Die Häuser waren zu dieser Zeit aus Holzfachwerk und eng aneinandergereiht. Somit drohte sich jeder einzelne Brand zu einem Großbrand zu entwickeln.

Ob und wann es erste Feuerwehren gab ist nicht mehr zu belegen ,aber es gab früher schon Feuerwehrrotten, zu deren Mitarbeit alle männlichen Einwohner verpflichtet waren. Einsatzdienste wurden durch die Gemeinde bezahlt.

Die älteste Aufzeichnung über das Feuerwehrwesen in unserer Gemeinde ist 215 Jahre alt und stammt aus dem Jahre 1786. Damals wurde die Anschaffung einer Stoßdruckspritze vom Gemeinderat beschlossen.                                                                                                                                      In den Akten ist in der Zeit von 1786 bis 1925 erstaunlich  viel über diese Feuerwehrrotten nachzulesen.Viele Brandeinsätze mit der Stoßdruckspritze und vorgespannten Pferden nach außerhalb sind in dieser Zeit verzeichnet..Dazu gehören Spritzenfahrten nach Orlamünde, Kleineutersdorf, Langendembach, Langenorla und Nimmritz.

1925     45 FW Freien

 27 Gründungsmitglieder gründeten 1925 die Freiwillige Feuerwehr. In den Jahren um 1925 wurden in unserer Gegend mehrere Feuerwehren auf Empfehlung des Landrates aus Stadtroda gegründet.

Wer waren nun die 27 Männer, die sich als erste freiwillig um das Feuerwehrwesen der Gemeinde gekümmert haben? Da Freienorla damals schon kein reines Bauerndorf  war, sondern auch Handwerk und Industrie angesiedelt war, setzen sich die Gründer aus vielen Berufszweigen zusammen.

Es sind z.B. verzeichnet der Besitzer der Porzellanfabrik Kurt Bodenstab, der Gastwirt Kurt Heinke, die Landwirte Alfred Gundermann, Arno Eberitzsch, Kurt Eismann, Oswin Schmidt, Ottto Rostock, Paul Süße und Lenhardt Preßler. Vielen von uns sind einige der Gründer  noch persönlich bekannt. Erfreulicherweise  finden wir unter den heutigen Feuerwehrkameraden viele direkte Nachkommen der  Gründer wieder.

Der erste Einsatz der neu gegründeten Freiwilligen Feuerwehr führte Ende 1925 in die Nachbargemeinde nach Langenorla. In der Chronik steht dazu: Bei der Brandbekämpfung des Stalles von Hermann Geinitz in Langenorla ist von den eingesetzten Spritzen nur diejenige aus Freienorla in Tätigkeit getreten, die sich dabei als sehr leistungsfähig erwies. Es handelte sich um die 1899 angeschaffte und in Rudolstadt gebaute Handdruckspritze.

Diese Handdruckspritze war 51 Jahre im Besitz unserer Feuerwehr. Leider hatten 1950 die damaligen Gemeinderäte einen schlechten Tag. Sie verkauften diese historische Spritze für 50 Mark an das Porzellanwerk Freienorla. Dort wurde der Oberbau verschrottet, das Wagengestell fand Verwendung zum Porzellantransport.

1927 

Erster Ortsbrandmeister war Otto Eismann. Er schreibt in die Chronik: Am 26. November 1927 fand der erste Feuerwehrball im Gasthaus Krone, sein Besitzer Kurt Heinke war Gründungsmitglied, statt. Die in unserer  Feuerwehr typische Geselligkeit wurde  also von Anfang an gepflegt. Ordnungsgemäß sind auch die Einnahmen von 41,64 Mark und die Rechnung für 45 Glas Bier für 9,90 verzeichnet.

Diese geselligen Veranstaltungrn setzen sich dann viele Jahre jedesmal im November fort.

Eine Reihe von größeren Bränden in diesen Jahren brachte sicherlich auch viel Schaden für die betroffenen Einwohner. Es handelte sich dabei ausnahmslos um Brände an landwirtschaftlichen Gebäuden.

Neben den Aufgaben in der eigenen Gemeinde sind in den ersten 10 Jahren   des Bestehens auch sehr viele Kontakte nach außerhalb gepflegt worden. Die Chronik berichtet über eine Fahrt von 14 Mann nach Altenburg, über ein nicht näher bezeichnetes Stiftungsfest und über Spritzenmeister- und Ortsbrandmeisterschulungen.

 1934

Besonders aufgefallen ist für das Jahr 1934 in der Mitgliedsliste die Aufzählung von Otto Eismann I, Kurt Eismann, Otto Eismann II, Fritz Eismann, Ernst Eismann, Gerhard Eismann und  Karl Eismann.

Knapp 30 % der Mitglieder entstammten damals den Familien Eismann. Auch heute haben wir wie damals noch den Namen Eismann in der Mitgliedsliste verzeichnet. Derzeitig 10% der Mitglieder.

1936 wird das erste mal von einem Kameradschaftsabend in der Vorweihnachtszeit gesprochen. Am 06.12.36 wird ein Christbaumball gefeiert. Diese Tradition der Weihnachtsfeiern führen wir ja seit vielen Jahren weiter.

 1939

Für das Jahr 1939/ 40 werden in der Mitgliedsliste erstmals 5 Abgänge wegen Einberufung zur Wehrmacht verzeichnet und eine Ausgabe von 3,00 Mark zum Führergeburtstag und letztmalig 16.20 Mark als Beitrag für den Landesverband.

In den Jahren 1940-1943 wurden folgende  Kameraden zur Wehrmacht eingezogen:

Fritz Eismann, Paul Franke, Kurt Horn, Rudi Eberitzsch, Siegfried Eberitzsch, Werner Albrecht

Walter Böhme, Karl Wölfel, Willy Eberitzsch, Karl Felbel, Karl Schwarz, Kurt Dünkel

1943 

Auf Grund dieser Situation verschickt der Bürgermeister am 12.11.1943 folgendes Schreiben:

An die nachstehend genannten Gemeindeglieder:

L.Lerner, Elise Ziegler, Else Ziegler, Elise Eismann, Rosa Seifert, Martha Ullrich, Martha Süße

Liesbeth Süße, Marie Eismann, Agnes Gundermann, Marianne Pfeifer, Waltraut Eismann,

Ilse Eismann, Charlotte Wölfel, Marth Horn, Liesbeth Felbel, Irmgard Franke, Irmgard Picker

Gertrud Rosenberger.

“ Um die Einstzbereitschaft der Feuerwehr nicht unter das Mindestmaß absinken zu lassen, ist es notwendig, diese durch den Einsatz weiblicher Kräfte zu verstärken. Sie werden deshalb für den Einsatz bei der örtlichen Feuerwehr hiermit kurzfristig notdienstverpflichtet. Um einen kurzen Überblick zu geben, wird ein erster Dienst angesetzt für Sonntag, den 14.11.43, nachmittgs ½ 4 Uhr. Dienstort: Anger.”                                                                                                                                                                                                                                      Das dies auch notwendig war, zeigen einige Brände in dieser Zeit, von denen der Brand bei Gundermann als sehr groß bezeichnet wird. Erstaunlicherweise wird in dieser wirtschaftlich schwierigen Zeit von der Gemeinde am 27.01.1943 die Anschaffung einer Magirus- Kraftspritze Goliath III, Uniformen, Schirmmützen, 270 Meter Schläuche, Handlampen usw. im Wert von 6764,81 RM beschlossen. Es gab 50% Zuschüsse vom Staat und 20% Kreiszuschüsse. Demzufolge machten die Gemeinderäte damals  ordentliche, vorausschauende Entscheidungen. Parallel dazu wird Anfang 1944 der stellvertretende Wehrführer Otto Eismann vom Wehrbezirkskommando Weimar UK gestellt, um die Einsatzfähigkeit zu sichern.

 1945

Das Kriegsende kam für Freienorla mit dem Einmarsch amerikanischer Truppen. In der Feuerwehrchronik ist dazu verzeichnet: “ Der Kassenbestand wurde am 15.04.45 von amerikanischen Truppen in meiner Wohnung mitgenommen”. Unterschrift: Alfred Winkler, Truppführer.

Im Gemeindearchiv befindet sich dazu noch folgende Aufzeichnung vom 19.09.45 ohne Unterschrift:

“Der Bestand an Geräten, Fahrzeugen und Uniformen ist unbestimmt, da durch Amerikaner verschiedene Ausrüstungsgegenstände mitgenommen oder zerstört wurden”.   Eine Eintragung vom 31.10. 1945 lautet:                                                                                                                       “ Vom Bürgermeister wurde ich im September 1945  beauftragt, die FFW neu zu gründen. Daraufhin wurde von mir am 30.10.45 eine Versammlung einberufen und die Freiwillige Feuerwehr neu ins Leben gerufen.

Führer der Wehr ist: Karl Eismann  Stellvertreter: Gerhard Eismann  Schriftführer: Kurt Partschefeld  Kassierer Walter Felbel              Gerätewart: Hermann Hartmann                                                                                                                                                                                                                  Laut Verordnung des Landrates betragen die Beiträge 1,80 RM pro Jahr.

Freienorla, den 31.10.45

Der Wehrführer Karl Eismann

Hauptbrandmeister.”

Die Mitgliederliste verzeichnet 30 Kameraden, darunter viele neue Namen von Flüchtlingen und Vertriebenen, die hier in Freienorla untergekommen waren. Wenige Monate nach der Zerschlagung des Faschismus war damit die Feuerwehr unseres Ortes wieder einsatzbereit.

 1946

Am 28.April 1946 wurde durch den Kreisbrandinspektor des Kreises Stadtroda und durch den Bezirksbrandmeister der Gemeinde eine Motorspritze zugewiesen, da sich in der Gemeinde das Porzellanwerk und ein Sägewerk befindet. Der Preis von 2.100 RM wird mit 1000 RM als freiwillige Umlage von den Einwohnern getragen, 600 RM von der Gemeindekasse und 500 RM werden aus Mitteln des Landes erbracht.

In der Mitgliederliste von  1947 wird hinter der Feuerwehrdienstgradbezeichnung immer noch der letzte Wehrmachtsdienstgrad angegeben. So z.B. für Herbert Kara Uffz., Rudi Eberitzsch  Obergefreiter und für Hugo Eberitzsch Stabsgefreiter.

In diesen Jahren gibt es sehr viel Schriftverkehr zwischen Landrat und Bezirksbrandmeister wegen des Verbleibes des Wehrführers Karl Eismann. Erst nachdem dieser sich als Vorsitzender der Kommission für die  Bodenreform aktiv am Umbruch beteiligte, darf er in der Feuerwehr verbleiben.

 1950

wird eine Verordnung zum Schutze der Ernte den Feuerwehrmitgliedern bekannt gemacht. 1951 wird erstmals zum Schutze vor Bränden des Volkseigenen und privaten Eigentums aufgerufen. Wir gehören mittlerweile zum Landkreis Jena. Der Kreisrat verschickt die amtliche Bekanntmachung, daß in jedem Haus des Landkreises eine Brandschutzordnung und eine Kontollkarte zu hängen hat. Der Bürgermeister muß Vollzug melden.

 1952

Ab 1952 gibt es beim Volkspolizeikreisamt (VPKA) in Jena eine Abteilung Feuerwehr, die als weisungsfähiges Kontrollorgan auch die Freiwilligen Feuerwehren überprüft. Die erste Unterlage  vom  Volkspolizeikreisamt Jena, Abt. F, beinhaltet eine Überprüfung des Gerätehauses. Darin wird festgestellt: “  Die Überprüfung der TS hat folgendes ergeben: Maschine ist erst von der Reparaturwerkstatt Groß- Kromsdorf zurück und in einem guten Zustand. Das Gerätehaus ist in einen verwahrlosten Zustand. Die Maschine Stand noch in dem Gerätehaus wie sie von der Reparatur gekommen ist.  Die Schläuche, welche bereits vor einem halben Jahr auf dem Steigerturm hingen, befinden sich noch auf dem selben. Die Kartoffelkäfergespannspritze befand sich ebenfall wieder im Gerätehaus, obgleich der Bürgermeister bereits vor einem Vierteljahr von dem Zustand in Kenntnis gesetzt worden ist und die Gespannspritze aus dem Gerätehaus entfernt wurde”

1954

Ab 1954 geht es wieder aufwärts. Es werden Übungen durchgeführt, Hauskontrollen, Wasserentnahmestellen an der Orla eingerichtet und Ernteeinsätze mit der Dreschmaschine überwacht.

Ein Eintrag zum schmunzeln steht unter den  22.07.1956:

„In der Nacht vom 20. zum 21.Juli 1956 fand eine Übung statt. Von der Übung war vorher nichts bekannt. Die Wasserentnahmestelle war an der Mühle, die Brandstelle bei Franke. Vom ersten Alarmton bis zum Wasser wurden 13 Minuten gebraucht. Nach der Übung wurde der Gastwirt Heinke aus dem Bett geholt. Alle Feuerwehrleute waren in bester Stimmung. Zwei Kasten Bier wurden auf der Milchbank gelehrt. Die Sitzung auf der Milchbank dauerte von ¼ 3 bis ½ 4 morgens. Dabei entstandene Unkosten: 1 Kasten Bier, spendiert vom Volkspolizisten Müller, 1 Kasten Bier für 9,60 M aus der Feuerwehrkasse sowie eine Schachtel Zigaretten für 2,00 Mark.“

Wie sich später herausstellte, soll der Volkspolizist Müller eigenmächtig alarmiert haben. Er hatte wohl immer ziemlichen Durst, und kam so in der Nacht noch in den Genuß seines Lieblingsgetränkes.

 1958

wird mit dem VEB Porzellanwerk Freienorla eine Vorspannverpflichtung eingegengen. Diese brachte uns viele Jahre mit dem LKW S 4000 Z ein zuverlässiges Zugfahrzeug für den TSA.  1959 verleiht die Gemeinde Freienorla der Stadt Orlamünde mit Vertrag für einige Wochen einen TSA mit TS 8, damit die Orlamünder Feuerwehr einsatzbereit ist. 1959 werden  erstmals am 07.Oktober zum 10. Jahrestag der DDR 3 Kameraden mit der Medaille für treue 10- jährige Dienste in der FFW ausgezeichnet. Es sind dies

Willi Rosenberger, Horst Wölfel, Helmut Rostock.

 1960

wird die Wasserleitung in Freienorla fertiggestellt. Erstmals haben alle Häuser einen Wasseranschluß und es gibt 12 Hydranten zur Wasserentnahme im Brandfall. Damit verbessert sich die Wasserversorgung erheblich.  1963 gibt es einen sehr strengen Winter, viele Wasserleitungen frieren ein. Die FFW ruft die Bürger auf, nicht mit Lötlampen sondern mit heißem Wasser aufzutauen und die Ascheablagerungen ordnungsgemäß zu machen.  1963 im Juli wurde die Gruppe “Junger Brandschutzhelfer durch Oberfeuerwehrmann Heinz Lange gegründet”.

 1964

In der Zwischenzeit wurden 2 LPG gegründet. Die Gemeinde verpflichtet die “LPG Orlatal Typ I” und die “LPG Saalestrand Typ I” zu Vorspannverpflichtungen  sowie zur Berufung von Brandschutzverantwortlichen. Ebenfalls  1964 unterrichtet  der Bürgermeister den Leiter des VPKA über den Oberfeuerwehrmann Heinz Lange. Er war angehöriger der Berufsfeuerwehr Jena und hatte 1963 die “Jungen Brandschutzhelfer” gegründet. Dieser Oberfeuerwehrmann aus Freienorla war dann jahrelang stellvertretenden Amtsleiter der Berufsfeuerwehr und aktiver Unterstützer unserer FFW.

 1966

Herbert Tänzer ist mittlerweile Wehrleiter, zählt die Mitgliederliste 15 Kameraden. Unter ihnen Günter Bock, seit 1959 in der FFW seit damals in der Wehrleitung als stellvertretender Ortsbrandmeister tätig. 1968 wurden erstmals eine Woche der Winterbereitschaft und des Brandschutzes durchgeführt.  90 % der Häuser werden kontrolliert und 11 Mängel festgestellt.                                                                                                                                                                                                Im Herbst brennt es wieder mal  in der Weinschänke.

 1972

Wehrleiter ist nunmehr Hans Bähring, werden erste Gedanken zum Ausbau eines neuen Gerätehauses getätigt. 43 FW Freien

Am 30. Dezember 1976 brennt es in der Nacht auf dem Schuttplatz der Gemeinde. Es herrschen 20 Grad minus. Wegen der tiefen Temperaturen ist in der DDR die Stromversorgung zusammengebrochen. Es gibt keine Braunkohle für die Kraftwerke. Die Sirene ging demzufolge nicht. Entsprechend der auch heute noch gültigen  Alarmierungsordnung wurden kurzerhand die Kirchenglocken geläutet. Alle Kameraden definierten das Glockenläuten nicht als außerordentlichen Kirchgang, sondern erkannten den Feueralarm sofort. Nachdem 350 Meter Schlauch verlegt waren, konnte der Brand gelöscht werden. Die Schläuche konnten wir wegen der Kälte nicht einrollen. Sie waren gefroren und sahen aus wie eine Fuhre Langholz. Sie wurden im damaligen Kreisbetrieb für Landtechnik Freienorla tagelang getrocknet.

 1977

wird mit zwei Jahren Verspätung das 50-jährige Gründungsjubiläum der FFW gefeiert.

 1984

zum Wehrleiter wird Rüdiger Günther zur Festveranstaltung am 01.Mai vom Bürgermeister Georg Brunner  berufen. Am 20.10.1984 sind wir den ganzen Tag zur Bekämpfung eines Waldbrandes. Ich erwähne diesen Brand besonders, weil in Freienorla Kirmes war, und wir eigentlich anderen Aufgaben und Geselligkeiten nach- gehen wollten.

 1985

wird eine Festsitzung zum 60- jährigen Bestehen der FFW abgehalten. Die Festansprache hält der Stellvertreter für Inneres des Vorsitzenden des Rates des Kreises, anschließend spricht ein Vertreter der VPKA, Abt. F sowie der Vorsitzende der Nationalen Front und unser Bürgermeister. Wir belegen beim Wirkungsbereichsausscheid ( WBA ) die Plätze 1 und 2.

 1989

steht im Dienstbuch “ Seit 07.10. gibt es in der DDR Bürgerbewegungen, die sich durch Demonstrationen, Kundgebungen und Versammlungen bemerkbar machen. Es geht um mehr Freiheit, Menschenrechte, um politische Offenheit und um mehr Reisefreiheit. Die Einsatzbereitschaft ist gewährleistet.”

 1990

steht folgendes im Dienstbuch: “ Auf Grund der bevorstehenden Währungs- und Wirtschaftsunion der DDR und der BRD und der damit verbundenen Umstellung der Mark der DDR in D- Mark  wird die Kasse der FFW im Gasthaus Niederkrossen geschröpft.

Wir feierten einen sehr schöner Kameradschaftsabend  zu sehr guten Preisen:

1 Glas Bier 0,40 M

1 Bockwurst 0,95 M

1 Rostbrätchen 2,40 M

1 Schnaps 1,00 M

1 Sülze mit Bratkartoffeln 1,95 M

1 Flasche Wein, Goldener Herbst, 6,00 M.

Am 03.10.1990 wird im damaligen Gerätehaus die Wiedervereinigung gefeiert.

Am 20.10.1990 gibt es schon den 1. Kreisfeuerwehrtag in Kahla.

Am 07.12. 1990 kommt es zu einen erneuten Brand in der Weinschänke. Auch an diesen Tag hatten wir was anderes vor. Wir wollten zum stellvertretenden Wehrleiter Günter Bock zum 50.Geburtstag.

 1991

Am 23.11. gründen wir in unserer damals noch bestehenden Jugendherberge den Feuerwehrverein Freienorla e.V. Der Höhepunkt dabei war die Übergabe der Vereinsfahne. Sie war damals die erste Fahne im Landkreis Jena und wurde mit Sponsorengeldern und Unterstützung vom Gemeinderat angeschafft.

 1994

wird der Neubau eines Gerätehauses in Angriff genommen. Fördermittel und Bauanträge werden beantragt. Da keinerlei Feuerwehrkampfsport mehr durchgeführt wird, organisieren wir den seitdem jährlich durchgeführten Freundschaftswettkampf zwischen den Feuerwehren aus Uhlstädt, Zeutsch, Niederkrossen, Orlamünde und Kleineutersdorf. Am 15.01.1994 wird die Jugendfeuerwehr gegründet. Jugendfeuerwehrwart wird Peter Eismann. Aus ihren Reihen stammt größtenteils die heutige aktive Truppe.

1996

wird unser neues Gerätehaus eingeweiht. Der Bau des Gerätehauses verbesserte grundlegend die Feuerwehrarbeit. Haben wir doch damit alle Voraussetzungen für eine gut funktionierende Feuerwehr bekommen.

 2000

Als besonderer Höhepunkt in der Feuerwehrgeschichte dürfen unsere Feierlichkeiten zum 75. Jahrestag der Gründung der FFW nicht vergessen werden. Vom 23. bis 24.06.2000 haben wir mit Festveranstaltung, Festumzug und bunten Nachmittag ein großes Feuerwehrfest gefeiert.

Erwähnen möchte ich aber trotzdem noch ein paar interessante überörtliche gemeinsame Ausbildungen der letzten Jahre. Die Wasserförderung  von der Saale zur Leuchtenburg, eine große Hilfeleistungsübung im Gewerbegebiet Kahla, eine Einsatzübung hier auf einen Bauernhof in Freienorla sowie eine Ausbildung am Schloß in Hummelshain bleiben uns wegen besonders interessanter Art und Weise noch in Erinnerung.